Infektion bei Schwanzlurchen mit Batrachochytrium salamandrivorans
Die Pilzkrankheit Batrachochytrium salamandrivorans befällt Schwanzlurche wie Salamander und Molche. Sie verursacht schwere Hautschäden und verläuft meist tödlich. In der Schweiz gab es bisher keine bestätigten Fälle.
Grundlagen zur Krankheit
Batrachochytrium salamandrivorans ist eine Pilzkrankheit, die verschiedene Arten von Schwanzlurchen wie Salamander und Molche befällt. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Bei den betroffenen Tieren kann die Infektion eine Sterblichkeit von bis zu 100% verursachen.
Symptome und Verlauf
Die Erkrankung äussert sich vorwiegend auf der Haut. Zu den häufigsten Anzeichen gehören Geschwüre, übermässige Hautablösungen oder Abschürfungen, Blutungen und Flüssigkeitsverlust. Erkrankte Tiere zeigen oft Appetitlosigkeit, Reglosigkeit, eine unnatürliche Körperhaltung oder Krämpfe.
Vorkommen und Verbreitung
Der Erreger gehört zur Pilzklasse Chytridiomycetes. Die Übertragung erfolgt entweder direkt durch Kontakt mit infizierten Tieren oder indirekt über kontaminiertes Wasser und Erdreich. Im Wasser können sich aktive Zoosporen gezielt auf einen Wirt zubewegen oder sich passiv als resistente Sporen an vorbeischwimmende Tiere anheften. Auch Vögel tragen zur Verbreitung bei, indem sie am Körper-anhaftende Zoosporen weitertransportieren.
Überlebende Schwanzlurche bleiben nach überstandener Erkrankung infektiös und können den Erreger weiterverbreiten. Froschlurche selbst erkranken zwar nicht, sind jedoch mögliche Infektionsquellen. Innerhalb Europas spielt auch der Mensch eine wesentliche Rolle bei der Verschleppung des Pilzes – insbesondere durch kontaminierte Materialien wie Erde, Stiefel sowie durch den Handel mit Tieren und Tiermaterial.
Neben Wildtiere kann die Krankheit auch Amphibien in Terrarien betreffen.