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Gemeinschaftsgastronomie Bereich Business

Der Bereich Business der Schweizer Qualitätsstandards unterstützt Betriebs- und Ausbildungsrestaurants im tertiären Bereich bei der Umsetzung eines attraktiven, gesunden und nachhaltigen Verpflegungsangebots mit Empfehlungen und einem schrittweisen Ansatz.

Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsgastronomie

In der Schweiz nehmen täglich fast eine Million Menschen ihre Mahlzeiten in Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie ein. Entsprechend gross ist der Einfluss dieses Sektors auf die Ernährung der Bevölkerung.

Das BLV setzt sich für eine Gemeinschaftsgastronomie ein, die Gesundheit und Nachhaltigkeit fördert, und konkretisiert dieses Ziel mit den Schweizer Qualitätsstandards, die den Betrieben als praxisnahe Referenz dienen.

Ein sich seit 2009 weiterentwickelnder Rahmen

Die Qualitätsstandards wurden 2009 erarbeitet und seither regelmässig aktualisiert; unter anderem im Rahmen der Ernährungsstrategie 2017–2024. Sie dienen als nationale Referenz und unterstützen die Akteure der Gemeinschaftsgastronomie bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer Praxis. Gleichzeitig schaffen sie einen gemeinsamen Rahmen für ein ausgewogenes und umweltfreundliches Verpflegungsangebot.

Ein schrittweiser Ansatz

Die Qualitätsstandards unterstützen Betriebe dabei, ihre Ausgangslage zu beurteilen, diese mit nationalen Empfehlungen zu vergleichen und konkrete Verbesserungsprozesse abzuleiten, die an die verfügbaren Ressourcen und den spezifischen Kontext jedes Betriebs angepasst sind.

Qualitätsstandards für den Bereich Business

Der Verzehr von Lebensmitteln am Arbeitsplatz sowie in Einrichtungen der Tertiärbildung spielt eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden und Studierenden.

Ein Referenzleitfaden für Betriebs- und Ausbildungsrestaurants im tertiären Bereich

Der Praxisleitfaden zu den Qualitätsstandards im Bereich Business richtet sich an Betriebsrestaurants sowie an Restaurants in Einrichtungen der Tertiärbildung. Er unterstützt die Betriebe bei der Weiterentwicklung ihres Verpflegungsangebots und enthält konkrete Empfehlungen, insbesondere zu folgenden Themen:

  • ausgewogene Ernährung
  • Nachhaltigkeit
  • Reduktion von Lebensmittelabfällen
  • Kommunikation mit der Kundschaft
  • Umgang mit Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten

Der Praxisleitfaden dient als nationale Referenz für die Gemeinschaftsgastronomie in Unternehmen und Einrichtungen der Tertiärbildung.

Ein ausgewogenes und nachhaltiges Verpflegungsangebot

Ein ausgewogenes und nachhaltiges Verpflegungsangebot umfasst gesunde, farbenfrohe und saisonale Gerichte in angepassten Portionsgrössen. Jede Mahlzeit kombiniert ein stärkehaltiges Lebensmittel, Gemüse oder Salat sowie eine Proteinquelle. Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sind regelmässig Bestandteil des Angebots. Zusätzlich wird täglich eine vegetarische Option angeboten.

In der Küche wird sparsam mit Salz gearbeitet: Stattdessen kommen Kräuter sowie Gewürze zum Einsatz und es werden geeignete, hochwertige Öle verwendet.

Salatbars und Snacks ergänzen das Angebot. Leitungswasser steht kostenlos zur Verfügung.

Nachhaltige Lebensmitteleinkäufe

Nachhaltige Einkäufe tragen dazu bei, die Umweltauswirkungen der Gemeinschaftsgastronomie zu reduzieren und gleichzeitig eine ausgewogene Ernährung zu fördern. Bevorzugt werden saisonale und regionale Produkte sowie Lebensmittel aus nachhaltiger und fairer Landwirtschaft.

Die Aufwertung pflanzlicher Lebensmittel und der Einsatz zertifizierter Produkte ermöglichen es, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Kosten in Einklang zu bringen.

Lebensmittelverschwendung, vermeidbare Abfälle und Entsorgung

Lebensmittelverschwendung verursacht hohe Kosten und belastet die Umwelt. Betriebe werden dazu angehalten, ihre Abfälle regelmässig zu erfassen, Einkäufe sorgfältig zu planen, Portionsgrössen anzupassen und die Kundschaft einzubeziehen. Einwegverpackungen werden möglichst durch wiederverwendbare oder recycelbare Lösungen ersetzt. Die Abfalltrennung wird klar organisiert.

Kommunikation und Atmosphäre

Kommunikation und Atmosphäre tragen wesentlich zur Akzeptanz eines ausgewogenen Angebots bei. Klare und verständliche Informationen zu Menüs, Zutaten und Allergenen erleichtern die Auswahl und stärken das Vertrauen.

Gezielte Massnahmen, wie die sichtbare Platzierung gesunder Optionen, fördern ein gesundheitsbewusstes Essverhalten. Das Feedback der Kundschaft ermöglicht eine gezielte Weiterentwicklung des Angebots.

Andere Ernährungsmodelle

Die Gemeinschaftsgastronomie berücksichtigt besondere Bedürfnisse, etwa bei Allergien, Unverträglichkeiten oder speziellen Ernährungsformen (vegetarisch, vegan, glutenfrei, laktosefrei).

Der Leitfaden enthält praxisnahe Empfehlungen, um sichere, transparente und ernährungsphysiologisch ausgewogene Angebote zu gewährleisten.

Verkaufsautomaten

(Intelligente Kühlschränke [Smart Fridge], die beispielsweise Mahlzeiten anbieten, sind nicht enthalten.)

Automaten bieten überwiegend gesundheitsfördernde Produkte an. Zuckerhaltige Getränke nehmen nur einen begrenzten Anteil ein. Lokale, biologische und zuckerfreie Optionen werden gefördert, und eine klare Kennzeichnung erleichtert die Auswahl.

Online-Tool zur Selbstevaluation: ein Instrument für schrittweise Fortschritte

Das Online-Tool zur Selbstevaluation unterstützt Betriebe dabei, ihre Praxis systematisch weiterzuentwickeln. Es ermöglicht eine strukturierte Analyse, zeigt Stärken auf und identifiziert Verbesserungsmöglichkeiten in sechs Bereichen:

  • ausgewogene Ernährung
  • Nachhaltigkeit
  • Lebensmittelverschwendung und Verpackungen
  • Kommunikation
  • Automatenverpflegung
  • Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten.

Die Ergebnisse unterstützen die Festlegung realistischer Ziele und die kontinuierliche Verbesserung des Angebots. Eine erneute Evaluation alle 6 bis 12 Monate ermöglicht es, Fortschritte zu verfolgen und weitere Massnahmen gezielt zu planen.

Anonyme Teilnahme

Das Unternehmen, welches das Online-Tool zur Selbstevaluation betreibt, stellt die Vertraulichkeit aller persönlichen Daten sicher. Zwischen dem BLV und dem Betreiber werden keine personenbezogenen Angaben ausgetauscht; sämtliche Daten bleiben in der Schweiz gespeichert. Das BLV kann die Resultate einsehen, sie jedoch keiner Person, keinem Betrieb und keiner E-Mail-Adresse zuordnen.

Um das Tool zu nutzen, registrieren Sie sich mit Ihrem Namen, dem Namen Ihres Betriebs und Ihrer E-Mail-Adresse. Anschliessend können Sie Ihre Ergebnisse einsehen, deren Entwicklung verfolgen und sich mit dem nationalen Durchschnitt vergleichen.

Zur Registrierung für die Selbstevaluation

Schon registriert? Zu Selbstevaluation und Ergebnismanagement