Epizootische hämorrhagische Krankheit (EHD)
Die Epizootische hämorrhagische Krankheit (EHD) betrifft vor allem Hirsche und Rinder. Sie kann je nach Tierart schwer verlaufen. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.
Grundlagen zur Krankheit
Die Epizootische hämorrhagische Krankheit (EHD) ist eine Viruserkrankung bei Wild- und Hauswiederkäuern, insbesondere bei Rindern. Die Krankheit wird durch Vektoren (Gnitzen) übertragen. Für den Menschen ist sie ungefährlich.
Symptome und Verlauf
Typisch sind plötzliches hohes Fieber, Teilnahmslosigkeit, Fressunlust und blutiger Durchfall. Besonders empfänglich sind Weisswedelhirsche in Nordamerika, bei denen die Krankheit häufig tödlich verläuft (bis zu 90%).
Rinder sind von den Nutztieren am stärksten betroffen. Besonders in Milchviehbetrieben kann EHD erhebliche Produktionsverluste verursachen. Schafe und Ziegen können ebenfalls erkranken, zeigen aber selten sichtbare Symptome.
Klinisch lässt EHD sich nicht von der Blauzungenkrankheit (Bluetongue, BT) unterscheiden.
Vorkommen und Verbreitung
Der Krankheitserreger, ein Virus der Gattung Orbivirus, wird durch den Stich von Gnitzen (kleine Mücken der Gattung Culicoides) übertragen. Daher beobachtet man eine saisonale Häufung im Spätsommer und Frühherbst, vor allem in niedrig gelegenen, feuchten Gebieten, die von einer erhöhten Gnitzenaktivität geprägt sind.
EHD kommt in den USA und im Westen Kanadas sowie in der Türkei, in Nordafrika und Israel vor. Seit 2022 breitet sie sich in Europa aus. Ausbrüche wurden aus Spanien, Portugal, Italien und Frankreich gemeldet. Die Verbreitung durch infizierte Mücken stellt das Hauptrisiko dar.