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Blauzungenkrankheit (Bluetongue, BT)

Die Blauzungenkrankheit ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung bei Wiederkäuern. Die Bekämpfung richtet sich nach Serotyp und epidemiologischer Lage. Erfahren Sie, welche Massnahmen gelten und welche Rolle Impfstoffe beim Schutz der Tiere spielen.

Grundlagen zur Krankheit

Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue, BT) ist eine Viruserkrankung der Wiederkäuer und Kameliden. Sie wird durch stechende Insekten (Gnitzen) übertragen.

Alle Wiederkäuer sind empfänglich, klinische Symptome treten jedoch meist nur bei Schafen und Rindern auf. Ein mögliches Anzeichen ist eine bläuliche Verfärbung im Maul- und Zungenbereich. Daraus leitet sich die Bezeichnung «Blauzungenkrankheit» beziehungsweise «Bluetongue» ab.

Die Blauzungenkrankheit gilt als zu bekämpfende Tierseuche. Der Erreger ist für Menschen ungefährlich. Fleisch und Milchprodukte können ohne Bedenken konsumiert werden.

Symptome und Verlauf

Der Krankheitsverlauf kann je nach Serotyp unterschiedlich ausfallen.

Mögliche Symptome sind:

  • Fieber
  • Entzündungen der Schleimhäute mit schaumigem Speichelfluss sowie seröser bis eitriger Nasenausfluss
  • Atembeschwerden
  • Schluckbeschwerden
  • Ödeme im Kopfbereich und an den Extremitäten
  • Lahmheit
  • Fehlgeburten

Die Sterblichkeit kann sehr hoch sein. Bei Rindern kann es zu einem Rückgang der Milchleistung kommen.

Vorkommen und Verbreitung

Das Blauzungenvirus kommt auf allen Kontinenten vor. In Europa breitete es sich nach 2000 vom Süden bis nach Nordeuropa aus. In der Schweiz wurde der erste Fall einer durch den Serotyp BTV-8 verursachten Blauzungenkrankheit im Oktober 2007 registriert. Bis Ende 2011 wurden 76 Fälle verzeichnet, europaweit waren es Zehntausende.

Die Übertragung erfolgt durch Gnitzen, kleine Mücken der Gattung Culicoides. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier findet nicht statt.

Die Schweiz führte von 2008 bis 2010 ein umfangreiches Impfprogramm durch. 2008 war die Impfung für alle Rinder, Schafe und Ziegen während drei Monaten obligatorisch. 2009 und 2010 galt die Impfpflicht nur noch für Rinder und Schafe, die Impfung von Ziegen war freiwillig. Ab 2011 war die Impfung generell freiwillig.

Nachweise der Blauzungenkrankheit traten in der Schweiz 2017 erstmals wieder nach 2012 auf. Zwischen Ende Oktober 2020 und Juli 2024 wurden keine Fälle gemeldet.

Diagnostik, Bekämpfung und Schutz

Die Bekämpfung der Blauzungenkrankheit richtet sich nach dem jeweiligen Serotyp, der epidemiologischen Lage und den verfügbaren Schutzmassnahmen, insbesondere der Impfung.