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Bisphenole

Bisphenole sind chemische Stoffe, die vor allem in Kunststoffen und Beschichtungen eingesetzt werden. Einige Vertreter können hormonähnlich wirken. Besonders relevant sind Bisphenol A und Bisphenol F, die auch in bestimmten Lebensmitteln nachweisbar sind.

Bisphenol A

Bisphenol A (BPA) begegnet Ihnen häufig im Alltag. Die Substanz steht in der Kritik, weil sie als endokriner Disruptor in den Hormonhaushalt eingreifen kann.

BPA ist ein wichtiger Baustein für Polycarbonat-Kunststoffe, die u. a. in Flaschen, Lebensmittelbehältern oder Spielzeug eingesetzt werden. Zudem kommt BPA in Epoxyharzen vor – etwa in Innenbeschichtungen von Dosen oder als Farbentwickler in Thermopapier.

Als endokriner Disruptor kann BPA die Wirkung des Hormons Östrogen nachahmen, wenn auch deutlich schwächer. In hohen Dosen beeinträchtigt die Substanz die Fortpflanzung und die fötale Entwicklung.

Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat BPA 2023 neu bewertet. Sie stellte fest, dass die damaligen Höchstwerte in Bedarfsgegenständen zu einer Exposition führen können, die über dem akzeptablen Niveau liegt. Deshalb wurde BPA in verschiedenen Bedarfsgegenständen verboten.

Bisphenol F

Vorkommen

Bisphenol F (BPF) wird – ähnlich wie BPA – zur Herstellung von Epoxidharzen und Kunststoffen verwendet. Harze auf BPF-Basis sind seit 2005 in Konservendosen verboten, können aber weiterhin z.B. für grosse Lagertanks eingesetzt werden.

Eine Laborstudie des BLV zeigte, dass BPF bei der Herstellung von Senf entsteht. Eine Kontamination durch Verpackungsmaterial konnte ausgeschlossen werden.

Zur Toxizität von BPF ist wenig bekannt. Der Stoff gilt als schwach hormonaktiv. In Tierversuchen war die niedrigste geprüfte Tagesdosis (20 mg/kg Körpergewicht) toxisch; eine nicht toxische Dosis wurde nicht bestimmt.

BPF in Senf

BPF wurde auch in Senf aus weissen Senfkörnern nachgewiesen.

Die Senfpflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler – wie etwa Kohl, Rettich, Raps oder Rucola. Der scharfe Senfgeschmack entsteht, wenn die Körner in einer Flüssigkeit wie Essig oder Wein vermahlen werden. Dabei läuft eine enzymatische Reaktion ab, bei der auch BPF entstehen kann.

Für Senf werden weisse, schwarze oder braune Senfkörner verwendet. Weisse Senfkörner werden zur Herstellung der milden Senfsorten verwendet, während die schwarzen und braunen Senfkörner zur Herstellung scharfer Senfsorten verwendet werden. Wie genau BPF entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch der Zusammenhang mit Sinalbin, einer Verbindung, die in weissen Senfkörnern vorkommt und bei der Gärung zum Senfgeschmack beiträgt. Nur weisse Senfkörner bilden BPF – schwarze und braune enthalten kein Sinalbin und bilden daher kein Bisphenol F.

In der Schweiz liegt eine Senfportion durchschnittlich bei rund 8 g. Die höchste gemessene BPF-Konzentration in Senf betrug 8,35 mg/kg. Selbst bei einem Verzehr von 80 g pro Tag – dem Zehnfachen einer üblichen Portion – wäre die Aufnahme rund 2000-mal tiefer als die beim Tier toxische Dosis. Das BLV beurteilt die Marge daher als ausreichend gross und das gesundheitliche Risiko als gering.

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