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Arsen

Arsen ist ein Halbmetall, das in der Umwelt vorkommt und so in Lebensmittel gelangt. Da es als krebserregend gilt, sollten Lebensmittel möglichst wenig Arsen enthalten. Besonders Reis und Reisprodukte können erhöhte Mengen aufweisen.

Vorkommen und Risiken

Arsen kommt in der Erdkruste einerseits natürlicherweise vor; seine Konzentration im Boden variiert je nach geologischer Beschaffenheit. Andererseits kann Arsen durch Bergbau und Industrie in die Umwelt freigesetzt werden. In Lebensmitteln tritt Arsen in verschiedenen Formen auf – als anorganisches Arsen, methylierte Verbindung, Arsenobetain oder Arsenozucker.

Anorganisches Arsen gilt als toxischer. Eine langfristige Aufnahme kleiner Mengen kann zu negativen gesundheitlichen Effekten wie Haut-, Blasen- oder Lungenkrebs führen. Daher legt die Kontaminantenverordnung Höchstgehalte für Lebensmittel fest, die besonders viel anorganisches Arsen enthalten können. Auch für Trink-, Quell- und Mineralwasser bestehen Höchstwerte (siehe Gesetzgebung).

Reis nimmt Arsen aus dem Boden besonders gut auf. Entsprechend ist er das pflanzliche Lebensmittel mit den höchsten Gehalten. Da Kleinkinder, insbesondere solche mit Allergiene und Intoleranzen, bezogen auf ihr Körpergewicht relativ grosse Mengen an Reisprodukten wie Reiswaffeln oder Brei essen können, ist das Risiko für sie besonders zu berücksichtigen.

Studie zur Belastung von Kleinkindern

Um das Risiko für Kleinkinder zu bewerten, untersuchte das BLV über 100 Reistypen und Reisprodukte, darunter Reisdrinks, Cracker, Zerealien und verschiedene Kleinkindprodukte, die sich auf dem Schweizer Markt befinden. Dank der eingesetzten Messmethode konnte zwischen organischem und anorganischem Arsen unterschieden werden.

In allen Proben liess sich Arsen nachweisen; die meisten erfüllten die gesetzlichen Anforderungen. Für Reis, der für Produkte von Säuglingen und Kleinkindern verwendet wird, gelten besonders tiefe Höchstgehalte. Die Ergebnisse stimmen mit Studien aus der EU und den USA überein.

Vor allem in Reiskörnern wurde die toxischere anorganische Arsenform nachgewiesen. Szenarien des BLV zeigten: Kleinkinder, die regelmässig sehr viele Reisprodukte essen, können hohe Aufnahmemengen erreichen. Gesundheitliche Auswirkungen entstehen jedoch vor allem bei einer langfristigen Aufnahme. Das BLV empfiehlt deshalb, den Speiseplan abwechslungsreich zu gestalten und Reisprodukte massvoll zu konsumieren.

Empfehlungen des BLV

Das BLV empfiehlt eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, um die Nährstoffaufnahme zu sichern und das Risko einer hohen Zufuhr unerwünschter Stoffe zu minimieren.

  • Reiswaffeln und Reisbreie sollten Säuglinge und Kleinkinder nur gelegentlich essen. Gute Alternativen sind Vollkorncracker, Maiswaffeln, Brot oder Breie aus Hafer, Dinkel, Griess oder Hirse.
  • Reisdrinks sind für Säuglinge im ersten Lebensjahr ungeeignet – wegen des Arsengehalts und der unzureichenden Nährstoffzufuhr. Auch für Kleinkinder ab dem 1. Lebensjahr sind sie kein Ersatz für Kuhmilch.
  • Bei Kindern mit Zöliakie oder Allergien (z. B. auf Kuhmilchproteine) sowie bei einer veganen Ernährung sollten Reisprodukte nicht den Hauptbestandteil ausmachen. Eltern sollten die Empfehlungen beachten und sich bei Bedarf von einer anerkannten Ernährungsberaterin oder einem anerkannten Ernährungsberater beraten lassen.