3R: Tierversuche ersetzen, reduzieren, verbessern
Tierversuche werden nur bewilligt, wenn keine geeigneten Alternativmethoden verfügbar sind. Die Anzahl Tiere und ihre Belastung müssen so gering wie möglich sein. Das BLV setzt sich dafür ein, dass Tiere in Tierversuchen bestmöglich geschützt werden.
Revision der Fachinformation Schweregrade (Version 1.04) im Bereich Tierversuche
Die Tierversuchsverordnung teilt Belastungen durch Eingriffe und Massnahmen, oder genetisch bedingte Veränderungen in vier Schweregrade ein. Schweregrad 0 bedeutet, dass die Tiere nicht leiden. Schweregrad 3 entspricht einer schweren Belastung. Das BLV überarbeitet die Fachinformationen zu den Schweregraden.
Bedeutung der 3R-Prinzipien
In der Schweiz dürfen Forschende Tierversuche nur dann durchführen, wenn es keine geeigneten Alternativen gibt. Entscheidend ist deshalb, Alternativmethoden zu entwickeln und einzusetzen. Die 3R-Prinzipien («replace», «reduce», «refine») fordern, Tierversuche zu ersetzen, ihre Zahl auf das Minimum zu reduzieren und Methoden oder Haltungsbedingungen so zu verbessern, dass die Tiere möglichst wenig belastet werden.
Nationales Forschungsprogramm «Advancing 3R – Tiere, Forschung und Gesellschaft» (NFP 79)
Das Programm untersucht, wie sich die Anzahl Tierversuche verringern und ihre Belastung reduzieren lässt. Zudem vertieft es wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragen rund um Tierversuche. Das Programm startete im Mai 2022 und dauert fünf Jahre.
Internationale Zusammenarbeit
Das BLV arbeitet mit der Universities Federation for Animal Welfare (UFAW) zusammen. Gemeinsam organisieren sie bis 2027 internationale Symposien zum Thema Tötung von Tieren. Dabei stehen unter anderem Alternativen zur Tötung von Versuchstieren mit Kohlenstoffdioxid im Fokus.
Der Austausch mit internationalen Fachpersonen soll helfen, möglichst schonende Tötungsmethoden für verschiedene Tierarten zu identifizieren und zu fördern. Neue Erkenntnisse fliessen in die Fachinformationen des BLV ein. Das BLV setzt diese gemeinsam mit den kantonalen Vollzugsbehörden um.
3R-Kompetenzzentrum
Steigende Tierzahlen in der Forschung verlangen nachhaltige Massnahmen. Deshalb wurde das 3R-Kompetenzzentrum gegründet. Der Bund arbeitet dafür mit Hochschulen und der pharmazeutischen Industrie zusammen und stärkt die Umsetzung der 3R-Prinzipien.
