Antibiotikaresistenzen

Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, kommen weltweit immer häufiger vor. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollten Antibiotika nur noch dann angewendet werden, wenn sie medizinisch unbedingt nötig sind.

Warnschild Antibiotikaresistenz

Es gibt nützliche und schädliche Bakterien

Bakterien sind winzige Lebewesen, die aus nur einer Zelle bestehen. Sie kommen überall vor und können zwischen Menschen, Tieren und der Umwelt übertragen werden. Bakterien können harmlos oder sogar nützlich sein (z. B. Herstellung von Joghurt, Verdauung); etliche sind jedoch Erreger von Krankheiten.

Wegen Resistenzen verlieren Antibiotika ihre Wirkung

Um durch Bakterien verursachte Krankheiten zu behandeln, werden bei Mensch und Tier Antibiotika eingesetzt. Diese hindern Bakterien daran, sich zu vermehren oder sie töten sie ab. Gegen Viren (z. B. Ursache der Grippe) sind Antibiotika aber immer wirkungslos.

Antibiotika sind Medikamente, die mit Bedacht angewendet werden müssen. Werden sie wahllos oder falsch angewendet, können Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Grund dafür sind Resistenzen. Diese können dazu führen, dass gewöhnliche Infektionskrankheiten nicht mehr behandelt werden oder sogar tödlich verlaufen können.

Bakterien werden resistent

Eine Behandlung mit Antibiotika schlägt fehl, wenn die krankmachenden Bakterien Resistenzen gegen die verabreichten Antibiotika erworben haben. Die Entwicklung von Resistenzen ist ein natürlicher Prozess und geschieht, indem sich das Erbgut der Bakterien verändert oder die Bakterien das Erbgut untereinander austauschen. So erhalten Bakterien neue Eigenschaften, die sie vor Antibiotika schützen – sie werden resistent.

Multiresistenz: Die meisten Antibiotika sind wirkungslos

Es gibt Bakterien, die nicht nur gegen ein Antibiotikum, sondern gegen mehrere oder sogar alle verfügbaren Antibiotika resistent sind. Man nennt sie multiresistente Bakterien. Meistens sind diese weder aggressiver, noch verursachen sie häufiger Infektionen als die nicht-resistenten Bakterien. Multiresistente Bakterien sind aber deshalb gefährlicher, weil, im Falle einer Infektion, ein Grossteil der Antibiotika nicht mehr wirkt.

Durch den Einsatz von Antibiotika werden resistente Bakterien begünstigt. Gegenüber Bakterien ohne Resistenzen haben sie oft einen Vorteil; sie können sich stärker vermehren.

Bakterien kennen keine Grenzen

Bakterien können zwischen Menschen, Tieren und der Umwelt übertragen werden. Dadurch können sich Resistenzen ausbreiten. Antibiotikaresistente Bakterien gehen daher alle etwas an – unabhängig davon, ob das jeweilige Individuum (Person oder Tier) selber schon mit Antibiotika behandelt wurde oder nicht.

Resistenzen werden überwacht

Das BLV überwacht die Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien seit 2006. Bei gesunden Nutztieren werden Erreger von Zoonosen und Indikatorbakterien auf Resistenzen untersucht. Die Ergebnisse dieser Überwachung publiziert das BLV zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), alle zwei Jahre einen gemeinsamen Bericht (Swiss Antibiotic Resistance Report – ARCH-Vet anresis.ch). Darin sind Daten zu Resistenzen, zum Antibiotikaverbrauch in der Humanmedizin sowie Daten zum Antibiotikavertrieb in der Tiermedizin enthalten.

2019 wird basierend auf den Erkenntnissen des Pilotprojektes (siehe Weitere Informationen), ein nationales Resistenzmonitoring für Tierpathogene eingeführt. Damit wird die Resistenzsituation von tiermedizinisch bedeutenden bakteriellen Infektionserregern überwacht und dokumentiert. Die Ergebnisse der Überwachung sollen als Grundlage für Therapierichtlinien und -empfehlungen dienen bzw. dazu beitragen, diese aktuell zu halten.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 09.11.2018

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