2,4-Dinitrophenol (DNP) und Dimethylamylamin (DMAA)

DNP und DMAA sind chemische Substanzen, die unter anderem zur Gewichtsreduktion oder zur Leistungssteigerung eingesetzt werden. Aufgrund ihrer schwerwiegenden Nebenwirkungen sind beide für den menschlichen Konsum nicht geeignet. Das BLV rät dringend von jeglichem Konsum ab.

Pillen fallen mit Messband aus einer Dose

Beide Substanzen werden unrechtmässig in Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensmitteln für Sportlerinnen und Sportler sowie in Schlankheitsmitteln eingesetzt.

2,4-Dinitrophenol (DNP)

DNP ist ein gelbes Pulver, das auch als 2,4-DNP, Dinosan, Dnoc, Solfo Black, Nitrophen, Aldifen oder Chemox bekannt ist. In der Industrie wird DNP z.B. zur Synthese von Farbstoffen, als Holzschutzmittel, Insektizid und als Sprengstoff eingesetzt. In den 1930er Jahren wurde es als Arzneimittel zur Anregung des Stoffwechsels und zur Gewichtsabnahme eingesetzt. Aufgrund seiner schwerwiegenden Nebenwirkungen wurde die medizinische Verwendung jedoch kurz darauf wieder verboten.

Seit einigen Jahren wird DNP über das Internet als Pulver, Kapseln oder Hautcrème vertrieben und in der Bodybuildingszene zur Fettverbrennung(«Fat burner») angewendet.

In den letzten Jahren gab es in mehreren Ländern Todesfälle, die auf den Konsum von DNP zurückzuführen sind. Daher hat Interpol 2015 eine weltweite Warnung zu DNP herausgegeben. Die «Food Standards Agency» von Grossbritannien hat eine Warnung veröffentlicht, denn dort sind seit 2015 mindestens acht Menschen als Folge der Einnahme von DNP gestorben und mehrere schwer erkrankt.

Mögliche Symptome für eine Vergiftung durch DNP sind Übelkeit, Erbrechen, Schweissausbrüche, Gelbfärbung von Haut, Augen und Schweiss, Unruhe, Schwindel, Hautrötungen, Überhitzung des Körpers, Atemnot, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen. Diese Symptome können bis zum Koma und Tod führen. Der Konsum über längere Zeit kann zu Grauem Star, Hautläsionen sowie zu Auswirkungen auf das Blut, das Herzkreislaufsystem und das Nervensystem führen.

In der Schweiz ist DNP weder als Lebensmittel noch als Heilmittel zugelassen. Aufgrund der Gesundheitsgefährdung rät das BLV dringend von jeglichem Konsum von DNP ab. Wer den Verdacht hat, Produkte mit DNP eingenommen zu haben, sollte unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen oder sich unter der Notfallnummer 145 an Tox Info Suisse wenden.

Dimethylamylamin (DMAA)

DMAA wird auch unter Bezeichnungen wie Dimethylamylamin, 1,3-Dimethylamylamin, Methylhexaneamin, Methylhexanamin, 1,3-Dimethylpentylamin oder als Geraniumextrakt vertrieben. Auch die Anpreisung als „natürlicher" Muntermacher oder ähnliche Aussagen können auf die Verwendung von DMAA hinweisen. Partypillen können diese Substanz ebenfalls enthalten. Die Bezeichnung als Geraniumextrakt legt nahe, dass DMAA in der Geranium-Pflanze (Pelargonium graveolens) natürlicherweise vorkommt. In neueren Studien konnte jedoch nachgewiesen werden, dass Geraniumöl (Extrakt der Geranium-Wurzel) kein DMAA enthält.

DMAA wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann zu Blutdruckanstieg, Atemnot und Herzrasen bis zum Herzinfarkt führen.
In der Schweiz ist die Substanz DMAA nicht zugelassen. Somit ist der Verkauf von Produkten, die DMAA enthalten, untersagt. Die Stiftung Antidoping Schweiz weist darauf hin, dass DMAA auf der Dopingliste steht. Aufgrund der möglichen Gesundheitsgefährdung durch die Substanz DMAA rät das BLV vom Konsum dieser Produkte ab.

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Letzte Änderung 04.07.2018

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