Kennzeichnung von Lebensmitteln

Verpackungen von Lebensmitteln enthalten Angaben über Zutaten und Zusammensetzung. Auch gesundheitsbezogene Angaben sowie Informationen für Allergiebetroffene sind Bestandteil der Konsumenteninformation.

Etikett mit Nährwertinformationen

In der Schweiz müssen Lebensmittel gemäss der Verordnung betreffend die Information über Lebensmittel (LIV) angeschrieben werden.

Auch die Bestimmungen in der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung und die Verordnungen der jeweiligen Lebensmittelgruppe sind zu berücksichtigen (siehe Gesetzgebung).

Den Herstellern steht es frei, neben den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zusätzliche Informationen anzugeben. Diese dürfen aber nicht täuschend sein. Diese Angaben sollen die Wahl gesunder Lebensmittel vereinfachen.

Nährwertkennzeichnung

Seit dem 1. Mai 2017 ist die Nährwertdeklaration obligatorisch (Art. 21 Abs.1 der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel [LIV]). Um die dafür notwendigen Anpassungen vorzunehmen, wurde den Produzenten eine Übergangsfrist von vier Jahren gewährt. Für die Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet diese Änderung eine klare Verbesserung.

Es sind zwei Arten der Kennzeichnung möglich:

  • grosse Nährwertdeklaration (Angabe von Energiewert, Fettgehalt, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiss und Salz);
  • kleine Nährwertdeklaration (Angabe von Energiewert, Fettgehalt, Kohlenhydraten, Eiweiss und Salz).

Deklaration von Zucker

In den Medien wurde mehrfach behauptet, dass Zucker neu nicht mehr deklariert werden müsse. Diese Aussage ist nicht korrekt: Bis zum 1. Mai 2017 musste keine Nährwertdeklaration erfolgen (mit einigen Ausnahmen, die auch weiterhin bestehen bleiben) und Zucker somit auch nicht im Rahmen einer solchen angegeben werden. In vielen Fällen erfolgte aber bereits freiwillig eine kleine oder grosse Nährwertdeklaration. Dies ist weiterhin möglich, d.h. auch wenn „nur“ mindestens die kleine Nährwertdeklaration obligatorisch ist, werden wie heute viele Lebensmittel die grosse Nährwertdeklaration aufweisen.

Anpreisungen

Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (Health Claims) werden in sprachlicher oder bildlicher Form auf Lebensmitteletiketten und in der Werbung verwendet.

  • Nährwertbezogene Angaben besagen, dass ein Lebensmittel besondere positive Nährwerteigenschaften besitzt, z.B. „energiearm“, „zuckerfrei“, „fettarm“ oder „reich an Vitamin C“.
  • Gesundheitsbezogene Angaben zeigen, dass der Verzehr eines bestimmten Lebensmittels zu einem gesundheitlichen Nutzen führen, z.B. „Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt“ oder „Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“.


Health Claims dürfen nur benutzt werden, wenn ihre Wirkung wissenschaftlich nachweisbar ist.
Alle Angaben, die nicht explizit in der LIV (Anhang 14) aufgeführt sind, muss das BLV bewilligen (siehe „Weitere Informationen“).

Die Schweiz harmonisiert laufend die zulässigen nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben mit der EU. Alle in der EU zugelassenen wie auch die abgelehnten Angaben werden in eine Datenbank aufgenommen, die über die Website der EU-Kommission zugänglich ist (siehe „Weitere Informationen“).

Informationen für Allergikerinnen und Allergiker  

Die Schweizerische Gesetzgebung sieht eine Reihe von Zutaten vor, die immer deklariert werden müssen, weil sie Allergien auslösen können. Die Deklaration braucht es selbst bei kleinsten Mengen oder bei Bestandteilen einer Zutat (z.B. als Zusatzstoff oder bei Gewürzmischungen). Diese Zutaten müssen im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden (z.B. durch Fettdruck). Unter diese spezielle Kennzeichnungspflicht fallen:

  • Glutenhaltige Getreide (namentlich Weizen, wie Dinkel und Khorasan-Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Hybridstämme davon sowie daraus gewonnene Erzeugnisse );
  • Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschliesslich Laktose);
  • Hartschalenobst (Nüsse) und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l, ausgedrückt als SO2;
  • Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse;
  • Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse.

Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)

Welche GVO müssen gekennzeichnet werden?

Alle Lebensmittel und Zusatzstoffe, die aus GVO hergestellt sind, unterliegen der Kennzeichnungspflicht. Demnach sind Erzeugnisse wie Sojaöl oder der Emulgator Sojalecithin zu kennzeichnen, wenn sie von gentechnisch veränderten Sojabohnen stammen (siehe „Weitere Informationen“).
Nicht gekennzeichnet werden muss hingegen, was unter Beteiligung eines GVO hergestellt ist, d.h. die Verwendung von Verarbeitungshilfsstoffen oder landwirtschaftlichen Produktionshilfsmitteln. Milch von Kühen, die gentechnisch veränderten Mais gefressen haben, muss also nicht gekennzeichnet werden, sofern die Milch von einer nicht gentechnisch veränderten Kuh stammt.

Beispiele für die Kennzeichnung von GVO-Erzeugnissen

Konsumentinnen und Konsumenten können GVO-Erzeugnisse anhand der Kennzeichnung auf der Etikette erkennen. Ein entsprechender Hinweis befindet sich im Verzeichnis der Zutaten, allenfalls auch bei der Sachbezeichnung des Produkts. Die folgenden drei Beispiele sind fiktiv; gegenwärtig befinden sich praktisch keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf dem Schweizer Markt.

Beispiel 1 (fiktiv): Polenta-Mais

Zutaten: Maisgriess (gentechnisch verändert), Salz, Gewürze, Geschmacksverstärker.

Beispiel 2 (fiktiv): Schokolade mit GVO-Zutaten

Zutaten: Zucker, Glukosesirup*, Kakaobutter, Pflanzenöl gehärtet**, fettarmer Kakao, Cornflakes*, Magermilchpulver, Emulgator (Lecithin, E322)**, Aroma.
* aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt
** aus gentechnisch veränderter Soja hergestellt

Beispiel 3 (fiktiv): Fruchtjoghurt mit GVO-Zutaten, mit GVO-Kulturen gesäuert

Zutaten: Milch, Magermilchpulver, Zucker, Papaya*, modifizierte Maisstärke*.
* gentechnisch verändert
Mit gentechnisch veränderten Laktobazillen hergestellt.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 19.06.2017

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