Deodorants mit Aluminium

Seit mehreren Jahren wird kontrovers diskutiert, ob aluminiumhaltige Deodorants Brustkrebs oder Alzheimer verursachen können. Ein ursächlicher Zusammenhang konnte aber bisher nicht nachgewiesen werden.

Frau streicht ein Deodorant an

Aluminium ist ein in der Natur sehr verbreitetes chemisches Element. Es wird eingesetzt im industriellen Sektor, in verschiedenen Gebrauchsgegenständen sowie in gewissen Kosmetika und in Nahrungsmitteln.

In schweisshemmenden Mitteln (Antitranspirantien oder Antiperspirantien) wird Aluminium in Form von Aluminiumhydroxychlorid, Aluminiumchlorid und Aluminium-Zirkonium-Komplexen aufgrund seiner lokalen schweisshemmenden Wirkung eingesetzt. Die Aluminiumsalze reagieren mit der Haut, verschliessen so die Poren der Schweisskanäle und hindern den Schweiss daran, an die Hautoberfläche zu gelangen. Aluminiumsalze haben zudem eine antibakterielle Wirkung.

Gesetzlicher Rahmen in der Schweiz

Von den in Deodorants (Antitranspirantien) verwendeten Aluminiumverbindungen ist nur der Gebrauch von Aluminium-Zirkonium-Hydrochloriden (AlxZr(OH)yClznH2O) geregelt. Gemäss Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (Art. 54 Abs. 2, LGV, der auf Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 verweist), dürfen sie bis zu einer Konzentration von 20 % verwendet werden. Sie sind in Sprays verboten und dürfen nicht auf gereizter oder verletzter Haut angewendet werden. Die übrigen Aluminiumverbindungen dürfen in kosmetischen Mitteln verwendet werden, sofern ihr Gebrauch die Gesundheit nicht gefährdet (Art. 15 des Lebensmittelgesetzes (LMG)).

Gesundheitliche Risiken

Das in Deos, Zahnpasten und in Lippenprodukten eingesetzte Aluminium wurde 2014 vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommissionen (Scientific Committee on Consumer Safety, SCCS) erneut bewertet. Danach gibt es keine Hinweise, dass die Verwendung von Aluminium enthaltenden Kosmetik- und Hautpflegeprodukten das Risiko von Brustkrebs oder anderen Krankheiten wie Alzheimer erhöht. Der Ausschuss weist jedoch auch darauf hin, dass aktuell zu wenig Daten vorliegen, um abschliessend sichere Konzentrationsgrenzen festzulegen. Das BLV verfolgt die weiteren Abklärungen über mögliche Verwendungseinschränkungen von Aluminium in Kosmetika aufmerksam und prüft in Abstimmung mit der EU mögliche Massnahmen.

Empfehlungen des BLV

Das BLV empfiehlt, Deodorants mit Aluminium nicht auf gereizter oder verletzter Haut, z.B. nach dem Rasieren, zu verwenden.

Wer zudem die Aluminiumaufnahme verringern möchte, hat die Wahl, aluminiumfreie Deodorants zu verwenden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 19.07.2018

Zum Seitenanfang

https://www.blv.admin.ch/content/blv/de/home/gebrauchsgegenstaende/kosmetika-schmuck/kosmetika/deodorants.html