Mit guter Hygiene gegen multiresistente Keime in Tierkliniken und Tierarztpraxen

Bakterien können zwischen Mensch und Tier übertragen werden. Das gilt auch für solche, die gegen Antibiotika resistent sind. Was können Tierkliniken und Tierarztpraxen unternehmen, um die Übertragung von multiresistenten Keimen zu minimieren? Forschende der Vetsuisse-Fakultät sind dieser Frage nachgegangen.

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In einer vom BLV finanzierten Studie wurden bei Hunden und Katzen, deren Besitzern und beim Klinik- und Praxispersonal multiresistente Keime gefunden. Diese sind gegenüber mehreren Antibiotika resistent und können deshalb weniger gut behandelt werden.

Mit dem Ziel, die Übertragung dieser Keime zu minimieren, wurden konkrete Hygieneempfehlungen für Tierkliniken und Tierarztpraxen erarbeitet. Daran beteiligt waren die Vetsuisse-Fakultät Zürich und Bern, die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte sowie das BLV.

 

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Bei mangelnder Hygiene können sich multiresistente Bakterien auch in Tierkliniken und Tierarztpraxen verbreiten (© Hannah & Sophie)

Hygiene ist wichtig

Die Resistenzen gegen Antibiotika nehmen zu. Jeder Einsatz von Antibiotika kann Resistenzen begünstigen. Deshalb ist es wichtig, dass Antibiotika möglichst zurückhaltend eingesetzt werden.

Voraussetzung dafür sind wirkungsvolle Massnahmen, die Krankheiten vorbeugen und deren Übertragungen minimieren. Hygiene spielt dabei eine wichtige Rolle: Eine gute Hygiene kann Infektionen verhindern. Sie ist sowohl in der Human- wie auch in der Tiermedizin wichtig.

Forschung zur Übertragung von Keimen

Für eine wirkungsvolle Hygiene muss man wissen, wo Keime überhaupt vorkommen und wie man deren Übertragung entgegenwirken kann. Wie zu Hause ist es auch in Tierkliniken und Tierarztpraxen wichtig, dass eine gute Handhygiene eingehalten wird.

Dass Keime zwischen Haustieren und Menschen übertragen werden, ist selten, kommt aber vor. Wie häufig resistente Keime bei Haustieren in der Schweiz vorkommen, ist bisher wenig erforscht. Um dies zu klären, wurden in Tierkliniken und Tierarztpraxen Proben entnommen und untersucht. Sowohl in den Proben von Klinikpersonal wie auch in denen von Tieren und ihren Besitzern fanden die Forschenden multiresistente Keime. Es handelte sich teils um eng verwandte Keime, weshalb man annimmt, dass sie übertragen wurden. Die Übertragung kann direkt zwischen Tier und Mensch oder indirekt über die Umgebung stattfinden.

Massnahmen gegen die Verbreitung von Keimen

Aufgrund der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt zur Verbreitung und Übertragung von multiresistenten Bakterien wurde ein umfassendes Hygienehandbuch für Kleintierpraxen und -kliniken erarbeitet. Es enthält konkrete Empfehlungen, um die Verbreitung von Keimen zu minimieren. Dazu gehören zum Beispiel gute Personalhygiene, korrekte Reinigung und Desinfektion von Räumen und Geräten oder optimales Management von Operationen (siehe «Weitere Informationen» > «Im Detail»).

In einem künftigen Forschungsprojekt soll untersucht werden, ob und wie die Empfehlungen in der Praxis umgesetzt werden. So können später beispielsweise digitale Lern- und Selbstevaluationswerkzeuge entwickelt und gesetzliche Mindestvorgaben geschaffen werden.

Weitere Informationen

Letzte Änderung 14.06.2021

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