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Infektiöse bovine Rhinotracheitis IBR

Virale Infektionskrankheit des Rindes, die in verschiedenen Formen auftreten kann. IBR: mild bis schwergradig verlaufende Infektion der oberen Atemwege; kann bei trächtigen Kühen zu Abort und v.a. bei Kälbern zu Enteritis oder Enzephalitis führen. Infektiöse pustulöse Vulvovaginitis (IPV): relativ harmlose Geschlechtskrankheit, die sich in Form eines Bläschenausschlages im Genitalbereich äussert.


Aktuell

IBR-Abklärungen in Österreich und Deutschland. Es besteht keine Gefahr für die Schweiz und kein besonderer Handlungsbedarf. Mehr dazu im aktuellen Radar-Bulletin:
Typ: PDF
Radar Bulletin April 2015
Letzte Änderung: 30.04.2015 | Grösse: 378 kb | Typ: PDF


Im Tirol ist Ende Dezember 2014 bei Rindern das bovine Herpesvirus aufgetreten, welches die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR) hervorruft.

23.03.2015: Abklärungen zur Rinderseuche IBR: Sperren werden aufgehoben

Die Untersuchungen zur Rinderseuche IBR sind abgeschlossen. Bis auf wenige Tiere im Betrieb des Importeurs, der Rinder aus dem Tirol eingeführt hatte, sind sämtliche Testresultate der untersuchten Tiere betreffend dem bovinen Herpesvirus negativ ausgefallen. In den betroffenen Kontaktbetrieben werden die Sperren für den Tierverkehr deshalb vorzeitig aufgehoben. Die Schweiz bleibt weiterhin IBR-frei.

06.03.2015: Ausweitung der Abklärungen zur Rinderseuche IBR

Anfang dieser Woche sind drei weitere Rinder positiv auf die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR) getestet worden. Damit sind schweizweit bisher fünf Rinder vom bovinen Herpesvirus betroffen. Die positiven Fälle stammen alle aus dem Betrieb im Kanton St. Gallen, welcher Tiere aus Österreich importierte. Als direkte Konsequenz werden nun rückwirkend alle Tiere auf IBR getestet, die seit Anfang Dezember 2014 aus dem betroffenen Betrieb verkauft wurden oder mit Tieren Kontakt hatten. Alle bisher in weiteren Tierhaltungen untersuchten Tiere sind IBR-negativ.

26.02.2015: Abklärungen zu Rinderseuche IBR bei importierten Tieren

Am 17. Februar 2015 wurde das BLV von den österreichischen Veterinärbehörden informiert, dass aus einem Tiroler Handelsstall, bei dem IBR festgestellt worden ist, möglicherweise positive Rinder in die Schweiz gelangt sind. Alle betroffenen Betriebe wurden sofort gesperrt. IBR ist bei den Tieren unheilbar, für die Menschen aber ungefährlich.

Es dürfen ab sofort nur noch Rinder aus Österreich importiert werden, die aus unverdächtigen Beständen stammen und sich in der Einzeltieruntersuchung als IBR-frei erwiesen haben.

Aus dem Bericht zur Überwachung von Tierseuchen und Zoonosen 2013:

Die IBR / IPV trat erstmals 1977 massiv in der Schweiz auf. Ab 1983 lief ein Ausrottungsprogramm. Nach 10 Jahren konnte das Programm erfolgreich beendet werden.

Wie in einigen Vorjahren wurde 2013 ein Antikörper - positives Rind während der Stichprobeuntersuchungen festgestellt. Weder das Virus noch eine Übertragung an anderen Tieren deren Ursprungsbestände könnten nachgewiesen werden. Bei jedem Krankheitsfall werden rigorose Bekämpfungsmassnahmen getroffen Das Untersuchungsprogramm 2013 konnte zeigen, dass die Schweiz mit 98.9% Sicherheit IBR frei ist. Das Rind, von dem die serologisch positive Blutprobe stammte, wurde getötet und virologisch negativ untersucht. Gleichfalls ergaben weitere serologische Untersuchungen keinen Hinweis auf ein Seuchengeschehen. Somit ist für dieses Tier anzunehmen, dass es sich um einen Einzelreagenten handelt. Mehr dazu:

Die Krankheit

Betrifft vor allem Rinder
Neben den Rindern sich auch Ziegen, Schafe, Schweine und verschiedene Arten von wildlebenden Paarhufern empfänglich. Für den Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.

Krankheitsanzeichen
Es sind zwei verschiedene Formen der Krankheit bekannt:

Infektiöse bovine Rhinotracheitis (IBR): Typisch sind plötzliches und hohes Fieber, schnelle Atmung, Nasenausfluss, Husten und Errötung des Flotzmauls. Bei erwachsenen Kühen kommen Aborte vor und die Milchleistung geht zurück. Bei Kälbern beobachtet man Muskelzittern, Bewegungsstörungen, Festliegen und evt. Blindheit.

Infektiöse pustulöse Vulvovaginitis (IPV): Die Genitalschleimhäute sind gerötet und mit hirsegrossen Bläschen bedeckt. Die Tiere setzen häufig Harn ab und halten ihren Schwanz in einer abnormalen Haltung.

Ansteckung und Verbreitung u.a. durch direkten Tierkontakt und Samen
Die Krankheit wird durch direkten Tierkontakt (vor allem Mastbetriebe) oder über die Luft übertragen (Tröpfcheninfektion). Ausscheidungen der Nasen und Augen sowie bei Aborten das Fruchtwasser und die Plazenta und der Samen angesteckter Stiere enthalten den Seuchenerreger. Zudem kann die Krankheit indirekt übertragen werden, beispielsweise über Futtertröge und Geräte.

Achtung: Auch Tiere ohne Symptome können den Erreger lebenslang ausscheiden.

Wo? Weltweit; die Schweiz ist frei
Der Erreger ist weltweit verbreitet. Die Schweiz sowie Österreich, die skandinavischen Länder und einzelne Regionen weiterer EU-Länder sind amtlich anerkannt frei von der Krankheit.

Erreger: Virus
Der Erreger ist ein Virus der Gattung Varicellovirus.

Was tun?
Halten Sie die allgemeinen vorbeugenden Massnahmen gegen Tierseuchen ein. Achten Sie insbesondere darauf, die Krankheit nicht durch zugekaufte Tiere oder Samen in einen Bestand einzuschleppen. Vorbeugende Impfstoffe gegen die Krankheit existieren, sind aber in der Schweiz nicht zugelassen.

Infektiöse bovine Rhinotracheitis/Infektiöse pustulöse Vulvovaginitis (IBR/IPV) ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt/der Bestandestierärztin melden.


Fachkontakt: info@blv.admin.ch

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Tierseuchenfälle Schweiz

Die Schweiz ist amtlich anerkannt frei von Infektiöser boviner Rhinothracheitis (IBR).

Mit Stichprobenuntersuchungen wird die Freiheit des Rinderbestandes dokumentiert. Zusätzlich müssen alle Zuchtstiere, die älter als 24 Monate sind, jährlich auf IBR untersucht werden.

Weitere Informationen

Typ: PDF

19.08.2013 | 78 kb | PDF
Typ: PDF

08.07.2009 | 110 kb | PDF
Typ: PDF

01.10.2004 | 230 kb | PDF

Gesetzgebung

Auszurottende Tierseuche - meldepflichtig

Tierseuchenverordnung
Art 170-174


http://www.blv.admin.ch/gesundheit_tiere/01065/01083/01090/index.html?lang=de