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Tuberkulose

Chronische, bakterielle Infektionskrankheit von Mensch und Tier. Der Verlauf ist meist fortschreitend und generalisiert. Tierseuchenrechtlich geregelt ist die Infektion von Rindern mit Mycobacterium tuberculosis, Mycobakterium caprae und Mycobacterium bovis. Die Krankheit ist eine Zoonose, das heisst, der Erreger kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden.


Aus dem Bericht zur Überwachung von Tierseuchen und Zoonosen 2013:

Typ: PDF
Überwachung 2013: Tuberkulose (Kurzfassung)
Letzte Änderung: 14.10.2014 | Grösse: 111 kb | Typ: PDF

Mehr dazu:

Erkennen der Tuberkulose beim Wild

Seit dem 1. August 2014 sind Jägerinnen und Jäger und Wildhüter nach der Tierseuchengesetzgebung verpflichtet, verdächtige Veränderungen bei Wildtieren, die auf Tuberkulose hindeuten, einer amtlichen Tierärztin oder einem amtlichen Tierarzt zu melden.

Zum Start der Jagdsaison hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Zusammenarbeit mit den betroffenen Institutionen ein Handbuch verfasst, das unter anderem aufzeigt, wie man Tuberkulose in Wildtierkörpern erkennen kann.
Typ: PDF
Handbuch: Tuberkulose beim Wild
Letzte Änderung: 05.08.2014 | Grösse: 2811 kb | Typ: PDF

Typ: PDF
Broschüre: Tuberkulose beim Wild
Letzte Änderung: 05.08.2014 | Grösse: 683 kb | Typ: PDF

Typ: PDF
FAQ Tuberkulose beim Wild
Letzte Änderung: 11.08.2014 | Grösse: 103 kb | Typ: PDF


Situation in der Schweiz beim Rind

Die Schweiz ist anerkannt frei von Rindertuberkulose. Im Jahr 2013 gab es eine begrenzte Anzahl von Seuchenfällen in der West- und Ostschweiz.

Ostschweiz
Im September 2013 wurde bei der Fleischkontrolle einer geschlachteten Kuh aus dem Appenzell Rindertuberkulose diagnostiziert. Abklärungen und Laboruntersuchungen zeigten, dass die Ansteckung der Kuh während der Sömmerung auf einer Alp im Vorarlberg bereits im Jahre 2011 über das Wild stattgefunden hatte. Die unmittelbaren Untersuchungen in den Kontaktbetrieben sind inzwischen abgeschlossen. Ein Kontaktbetrieb ist ein Betrieb, der z. B. durch Zukauf oder gemeinsame Sömmerung in Kontakt mit Tieren aus einem Betrieb kam, auf dem Rindertuberkulose festgestellt wurde. Von  den ca. 2000 getesteten Tieren wurden vier weitere Seuchenfälle gefunden. Nachuntersuchungen und weitere Untersuchungen zu Überwachungszwecken werden folgen.

Westschweiz
Im März 2013 wurde im Kanton Freiburg ein Fall von Rindertuberkulose nachgewiesen. Seither wurden ca. 7000 Kontakttiere untersucht, dabei wurde der Erreger in 7 Betrieben nachgewiesen. Im Jahr 2014 wurden keine neuen Fälle mehr entdeckt.


Die Krankheit bei Tier und Mensch

Krankheit beim Rind
Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit (Inkubationszeit) ist lang und kann Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome weisen aber nicht eindeutig auf Tuberkulose hin, sie können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne eine labordiagnostische Abklärung kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Übertragung
Die Krankheit kann durch direkten Tierkontakt oder durch verseuchtes Wasser oder Futter übertragen werden. Alle Säugtiere und der Mensch können sich anstecken.
Die Rindertuberkulose kann vom Tier auf den Menschen und umgekehrt auch vom Menschen auf das Tier übertragen werden. Am ehesten geschieht das durch intensiven Kontakt zwischen Mensch und Tier in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium. In  seltenen Fällen kann umgekehrt der Mensch auch Rinder anstecken.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in der freilebenden Populationen aufrecht erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerreger zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Erreger
Die Tuberkulose wird durch verschiedene Arten von Mykobakterien ausgelöst. Rinder sind vor allem Träger des Mycobakteriums bovis oder des Mycobakteriums caprae, während  beim Menschen vor allem Mycobacterium tuberculosis vorkommt. Weitere Informationen zur Tuberkulose beim Menschen finden Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit.

Verbreitung
Die Tuberkulose ist weltweit bei Säugetieren und dem Menschen verbreitet. In vielen Industrieländern konnte die Tuberkulose bei landwirtschaftlichen Nutztieren durch intensive Bekämpfungsprogramme eingedämmt werden. In den letzten Jahren wird bei Rindern und auch bei Wild in Europa wieder vermehrt Tuberkulose festgestellt. Auch in der Schweiz gab es vereinzelte Fälle von Tuberkulose bei Rindern, die Schweiz gilt aber nach wie vor als tuberkulosefrei. Bei einheimischen Wildtieren konnte die Tuberkulose bisher nicht nachgewiesen werden (Stand: Juli 2014).

Überwachung
Ganz wichtig für die Überwachung der Tuberkulose sind die Fleischkontrollen in den Schlachthöfen. Diese Kontrollen sind gesetzlich geregelt und werden von den kantonalen Vollzugsorganen durchgeführt. Der Fleischschauer entnimmt Tieren  mit verdächtigen Anzeichen von Tuberkulose Proben und lässt diese in einem dafür bestimmten Labor untersuchen.

Die Ausbreitung der Rindertuberkulose in den Wildtieren im alpinen Raum wird vermehrt überwacht. Massnahmen, die das Risiko einer Ansteckung vermindern können, werden geprüft.

Bekämpfung
Die Bekämpfung der Rindertuberkulose ist eine langwierige Angelegenheit. Aufgrund der Eigenschaften des Erregers und der Diagnosemethoden müssen Nachuntersuchungen in teilweise langen Zeitabständen erfolgen. Das Hauptproblem liegt darin, dass die Krankheit häufig lange nicht erkannt wird. Sie kann am lebenden Tier nicht sofort und eindeutig diagnostiziert werden. Ein kompliziertes Vorgehen ist für die Abklärung der Ausbreitung nötig.


Tuberkulose in den Medien 2013 / 2014


Fachkontakt: info@blv.admin.ch

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Tierseuchenfälle Schweiz

Die Rinderbestände in der Schweiz sind amtlich anerkannt frei von Tuberkulose.

Publikationen

Weitere Informationen

Typ: PDF

19.08.2013 | 81 kb | PDF
Typ: PDF

27.08.2012 | 1418 kb | PDF

Weitere Informationen Wild

Gesetzgebung

Auszurottende Tierseuche und Zoonose - Die Tuberkulose beim Rind ist meldepflichtig

Tierseuchenverordnung
Art 158-165


http://www.blv.admin.ch/gesundheit_tiere/01065/01083/01088/index.html?lang=de